203. Portugal 2, Zentrum/ November 2025
In Salzedas besuchten wir die Kirche und Ruinen des ehemaligen Klosters.
Im monumentalen Altar steht nur ein kleines Jesulein.
Das Kloster ist nur teilweise restauriert.
Bei Pinheiros sind vorgeschichtliche Felsritzungen einfach zu finden.
Wenige Kilometer von den Felsritzungen entfernt kletterten wir auf ein paar Felsen und genossen einen weiten Panoramablick.
Tief im Tal sahen wir den Douro fließen.
Die Weinberge leuchteten im herbstlichen Rot.
Leider schlug das Wetter um und wir hatten ein paar Tage Regen. Bei dem nassen Wetter war Pinheiro am Ufer des Douro weitgehend touristenfrei.
Der kleine Bahnhof von Pinheiro ist mit Kacheln verziert.
In Portugal stehen Wahlen an. Hier wird für die „CDU“ geworben. Mit Hammer und Sichel im Wahlplakat scheint die portugiesische CDU eine etwas andere Ausrichtung zu haben als die deutsche.
Das kaltnasse Wetter gab die ideale Kulisse ab, die vielen vorgeschichtlichen Dolmen der Gegend zu erkunden:
Dolmen de S Domingos
Dolmen de Areita
Dolmen do Sangrino
Am großen Dolmen da Capela da Sra do Monte baute man um den Dolmen eine Kirche herum und nutzte die alte Grabstätte als Altarraum.
Direkt neben dem „Kirchendolmen“ steht der Dolmen do Carvalhal.
Bei Vila Nova de Foz Côa wurden bei den Bauarbeiten zu einem Staudamm im Tal der Côa, die hier in den Douro mündet, viele prähistorische Felsritzungen entdeckt. Die Funde sind so bedeutend, dass nach heftigen Protesten der Bevölkerung der Bau des Dammes eingestellt wurde, um die Fundstellen nicht zu fluten.
Hoch über dem Douro sind in einem sehr sehenswerten Museum die verschiedenen Fundstellen erläutert.
Typisch für das Côa-Tal ist, dass die eingeritzten Tierdarstellungen im Laufe der Jahrtausende überlagernd angefertigt wurden, so dass es gar nicht so leicht ist, alle Tiere in dem Durcheinander auch zu erkennen.
Im Museum konnten wir auf Bildschirmen die verschiedenen Tiere antippen und dann wurden deren Umrisse auf die Repliken der Felsen projiziert.
Das ist wirklich gut gemacht und sehr anschaulich.
Wir wollten auch noch ein paar der Darstellungen im Original sehen. Der sehr hilfsbereite Mitarbeiter an der Museumskasse organisierte uns einen Führer, der uns mit seinem alten Geländewagen hinunter zu einer der Fundstellen brachte.
An den Orignal-Fundstellen gab es natürlich keine Laserprojektion, aber unser Führer erklärte uns mit Zeichnungen und einem Stock, was es alles zu erkennen gab.
Wir hatten Glück. Durch den vielen Regen der vergangenen Tage war die Côa kräftig angestiegen. Viel hätte nicht mehr gefehlt und die Fundstellen wären unter Wasser gewesen.
Aus der Ferne sahen wir einen steinzeitlichen Hirsch.
Im Osten Zentralportugals gibt es 12 „Aldeias Históricas“, historische Dörfer. Es sind schöne mittelalterliche Steindörfer, die touristisch erschlossen und so vor dem Verfall gerettet wurden.
Castelo Rodrigo besitzt zudem einen komfortablen Wohnmobilstellplatz auf dem wir drei Tage Regenwetter gut aussitzen konnten.
Wir hatten noch Glück: Bei uns hatte es nur geregnet und ein bisschen gewindet. In den Regenpausen konnten wir sogar trocken den Ort besichtigen.
An anderen Orten in Portugal und Spanien gab es heftige Unwetter.
Bei Almofala steht zwischen alten Steineichen die Ruine eines Turmes, dessen Basis ursprünglich ein römischer Tempel war.
Almeida ist ein weiteres Dorf der Aldeias Históricas. Die Altstadt ist von einer gewaltigen Festungsanlage aus dem 17. Jahrhundert umgeben. Wir konnten den ganzen Ort auf den Festungsmauern umrunden.
Auf einem Abstecher nach Spanien verließen wir für einen Tag Portugal.
Wir übernachteten im kleinen Weiler Villar de Ciervo. Auf einer Wanderung überquerten wir eine alte Brücke.
Unser Ziel waren ein paar anthropomorphe Gräber, die wir auf Google Maps entdeckten. Sie lagen, wie sollte es auch anders sein, auf einer Weide hinter einer Mauer.
Nun gut, auf der Weide sahen wir keine Tiere, vor allem keine Stiere oder Hunde, also sind wir über die Mauer geklettert. Mit wachsamem Blick, ob sich nicht doch noch eine vierbeinige Überraschung hinter einem Felsen versteckt, suchten wir die Gräber.
Auf dem Rückweg schwebte ein Gänsegeier (Gyps fulvus) über unsere Köpfe hinweg. Nur gut, dass wir das Tele mitgenommen hatten.
Unser Ziel auf dem Abstecher nach Spanien war die Fundstelle Siega Verde. Zusammen mit dem Vale de Côa ist sie Weltkulturerbe der Unesco.
Auch hier hatten wir Glück. Drei Tage zuvor hatten sie flussaufwärts, ohne Vorwarnung, den Damm geöffnet und das Wasser stand meterhoch in der Fundstelle. Innerhalb einer Stunde sei es angestiegen, erklärte uns unsere Führerin.
In Siega Verde liegen die Tierdarstellungen aus der Steinzeit nicht so wild übereinander und sind so etwas leichter zu erkennen.
Anschließend fuhren wir wieder zurück nach Portugal.
Bis zum nächsten Mal!