210. Portugal/Spanien - Entlang der Grenze 1 / Januar 2026
Nachdem wir uns in Faro von unseren lieben Besuchern verabschiedet hatten, blieben wir noch für drei Tage an der Algarve.
Bei Fuseta fanden wir einen schönen Stellplatz.
In den Becken der nahegelegenen Saline tummelten sich einige Vögel.
Die Rosafllamingos (Phoenicopterus roseus) verbrachten die meiste Zeit schlafend in der Mitte der Becken. Beim dritten Versuch hatten wir Glück und sie waren aktiv.
Die flinken Rauchschwalben (Hirundo rustica) waren gar nicht so leicht zu erwischen.
Eine große Schaar Brandgänse (Tadorna tadorna) teilte sich mit den Flamingos die Saline.
Wir standen direkt am Ufer einer Meereslagune. Bei Ebbe konnten wir weit spazieren gehen, bei Flut kam das Wasser bis wenige Meter vor unseren Sol.
In den sandigen Bereichen der Lagune wurden Austern gezüchtet. War der Boden aus Schlick, blieben die Gummistiefel im Schlamm stecken.
Auch im zugänglichen Bereich trafen wir viele Vögel an:
Ein Seidenreiher (Egretta garzetta) gesellte sich zu zwei Löfflern (Platalea leucorodia). Das Trio blieb stets zusammen.
Grünschenkel (Tringa nebularia) mit grünen Beinen …
… und Rotschenkel (Tringa totanus) mit roten.
Kiebitzregenpfeifer (Pluvialis squatareola)
Seeregenpfeifer (Anarhynchus alexandrinus)
Steinwälzer (Arenaria interpres)
Mittelmeermöwen (Larus michahellis)
Bei Santa Luzia steht ein uralter Olivenbaum. Angeblich sei er mit 2000 Jahren das älteste Lebewesen Portugals.
Bei Travira unternahmen wir unseren vorerst letzten Spaziergang durch alte Salinen.
Hier begegneten uns Stelzenläufer (Himantopus himantopus), …
… eine Uferschnepfe (Limosa limosa), …
… ein Schwarm Sanderlinge (Caldris alba), …
… ein Graureiher (Ardea cinerea) …
… und ein paar junge Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus).
Wir verabschiedeten uns von der Algarve, überquerten den Guadiana auf der großen internationalen Brücke nach Spanien und fuhren ins Landesinnere nach Sanlúcar de Guadiana.
Die Fahne an der Festung Sanlúcars hing auf Halbmast. Wegen des Zugunglücks von Adamuz mit 45 Toten herrschte in Spanien drei Tage Staatstrauer.
Von der Festung aus blickten wir über den Guadiana hinüber nach Alcoutim auf der portugiesischen Seite, wo wir vor einigen Tagen waren.
In Puerto de la Laja stehen die Überreste des Bergbauverladehafens nahegelegener Minen.
Am Staudamm von Chanza überquerten wir wieder die Grenze nach Portugal.
Das Wetter ist mild und sehr nass, so dass es überall zu blühen anfängt.
Bei Mina de São Domingo fuhren wir nochmals in das alte Minengelände.
Mit den verfallenen Gebäuden und den bunten Farben der Mineralien machte die Umgebung einen fast surrealen Eindruck.
Nachts störte uns niemand, während der Wind an unserem Sol rüttelte und der Regen herab prasselte,
Bei Pulo do Lobo stürzt sich der Guadiana über einen Wasserfall in eine kleine Schlucht. Im Sommer sind viele Besucher etwas enttäuscht über das wenige Wasser, das der Fluss führt.
Bei unserem Besuch war so viel Wasser im Fluss, dass vom Wasserfall nichts mehr zu sehen war, nur eine rauschende Stromschnelle.
Schön war der Ausflug trotzdem, auch wenn wir auf dem Rückweg von einem kurzen Regenschauer kräftig geduscht wurden.
Im Naturschutzgebiet um den Pulo do Lobo ist übernachten verboten. So fuhren wir weiter nach Serpa.
Die malerische Altstadt Serpas ist von einer Mauer umgeben, die auch als Basis für einen Aquädukt dient.
Der Zugang zur Burg führt unter einem umgestürzten Teil der Mauer hindurch.
Wir wechselten wieder nach Spanien. Etwas lästig ist es schon, jedesmal die Uhren um eine Stunde umzustellen. Unseren Rhythmus stellen wir nicht um. So zeigt die Uhr in Spanien eine Stunde mehr an, wenn wir ins Bett gehen oder wieder aufstehen.
Der Steinkreis „La Pasada del Abad“ befindet sich direkt neben der Landstraße.
Bei Aroche besichtigten wir die Ruinen der römischen Stadt Turobriga.
Von den römischen Gebäuden sind nur noch die Grundmauern erhalten. Der Rest diente über die Jahrhunderte als Steinbruch.
Auf dem Fundament der alten Basilika hingegen hat man im Mittelalter eine Ermita, eine Wallfahrtskirche erbaut, eine der schönsten in Andalusien.
Aroche thront auf einem Bergrücken. Im Inneren des mächtigen Kastells befindet sich eine Stierkampfarena.
Wir schlenderten mit Regenschirmen an einem Sonntagvormittag durch die engen Gassen.
Ein paar Blumenkübel vor dem Haus sahen wir öfters. Diese alte Dame hatte ihre Hauswand in ein Gewächshaus verwandelt. Zudem hatte sie fünf Hunde, die uns lautstark begrüßten.
Wir wunderten uns schon öfters über gefüllte Wasserflaschen an Türen oder Hausecken in spanischen Dörfern. Jetzt waren wir neugierig und fragten nach: Die Flaschen sollen die Hunde vom Urinieren abhalten. Es würde tatsächlich funktionieren, wurde uns versichert.
Die rechte der beiden Würste ist eine lokale Besonderheit: Salchicha Arochena, eine Bratwurst, die mit Aguardiente, Anis-Schnaps, gewürzt ist. Schmeckt gar nicht so schlecht. Die linke ist eine Blutwurst, wir fanden sie geschmacklich nicht so einen Hit.
In Cortegana wurde die Burg schön restauriert. Entlang der gesamten Grenze zu Portugal befinden sich auf beiden Seiten viele Burgen und Kastelle. Nicht immer war das Verhältnis der beiden Staaten so friedlich wie heute.
Wir haben inzwischen die Grenze wieder überquert und stehen zu Fuß einer portugiesischen Burg, noch im spanischen Internet.
Aber das gehört schon in unseren nächsten Bericht.
Bis dahin
Macht´s gut und ¡Hasta luego!