217. Mexiko: Veracruz - Día de Muertos / Oktober - November 2026

Wir sind wieder unterwegs, zur Zeit in Veracruz, Mexiko, am Golf von Mexiko.

Unser Sol steht im Hafen und wartet darauf, befreit zu werden.

Durch den Día de Muertos verzögert sich alles ein wenig. Zum Ausgleich konnte unser Fotoapparat bei den Feierlichkeiten heißlaufen.

So beginnen wir die Berichte unserer Mexikoreise mit einem „Special“: Día de Muertos in Veracruz!

Am Zócalo, so heißen in Mexiko die zentralen Plazas, wachte eine knöcherne Catrina über das Geschehen.

Nebenan standen die Leute in einer längeren Schlange für ein Foto im Blumenbogen an. Cempasúchil, Tagetes erecta, aus Papier, Plastik oder in echt, ist DIE Blume am Día de Muertos.

In allen Wohnungen, Geschäften und sogar im Gebäude der Einwanderungsbehörde wurden Altäre errichtet, um die Seelen der Verstorbenen zu erwarten.

In der Öffentlichkeit fanden Wettbewerbe statt:

Die „Tapetes“ wurden mit Reis, Blütenblättern, Bohnen und ähnlichem auf den Boden gestreut.

So sahen sie fertig aus.

Nebenan wurden Altäre hergerichtet, ebenfalls für einen Wettbewerb.

Wir bewunderten das Kleid der Dame. Auf unsere Bemerkung, dass wir nicht glaubten, dass es so ein Kleid in Deutschland gäbe, meinte sie nur kurz: „Vermutlich doch, ist von Temu“.

Auch die Seelen der Haustiere kehren zurück, an den Tagen noch vor der Rückkehr der Seelen der verstorbenen Kinder und der Erwachsenen. Der Día de Muertos ist nicht nur ein Tag, sondern zieht sich über mehrere Tage hin.

Jedenfalls bekommen die verstorbenen Haustiere auch ihre Altäre.

Und überall sahen wir die „Catrinas“, kunstvoll geschminkt und verkleidet. Die Figur der Catrina wurde als Karikatur 1910 erfunden, ursprünglich nur ein Skelett mit einem aufwändigen Hut. 1947 integrierte sie der Maler Diego Rivera, der Ehemann Frida Kahlos, in ein Mural, elegant bekleidet, und gab ihr ihren heutigen Namen: Catrina. In den letzten Jahren wurde die Figur der Catrina zunehmend populär und heute ist sie ein unverwechselbares Symbol Mexikos.

Der große „Tapete“ der Stadt wurde mit Schablonen auf den Boden gebracht.

Nicht nur Catrinas gab es zu bestaunen, auch Catrines. „Catrin“ ist ursprünglich die Bezeichnung für einen elegant gekleideten Herrn.

Am Freitagabend fand auf dem Zócalo ein Wettbewerb der Catrinas statt. Selbst angespannt vor ihrem Auftritt, ließen die Teilnehmerinnen es sich nicht nehmen, vor der Kamera zu posieren.

Dann ging es auf den Laufsteg.

Auch für uns als Laien, war es nicht schwer zu erraten, welche Kostüme die ersten beiden Plätze belegen würden.

Selbst die Süßigkeiten wurden an die Gegebenheit angepasst.

In den Bäckereien wurde das süße „Pan de Muerto“, das Brot des Toten gebacken.

In der Nacht auf den 1. November regnete es, was die Dekoration am Boden etwas in Mitleidenschaft zog.

Manche der Bilder gefielen uns aber sogar noch besser als am ersten Tag.

Am Abend des 1. Novembers gab es einen großen Umzug. Wir nutzten die Vorbereitungen für ein paar Fotos der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Dann wurde es Zeit, uns einen Platz in der ersten Reihe zu suchen. Die beiden Mädchen warteten neben uns auf den Umzug.

Pünktlich um 18 Uhr startete das Spektakel.

Die großen Umzüge am Día de Muertos gibt es tatsächlich erst seit 2016. Auslöser war niemand anderes als 007, James Bond!

In der Eröffnungssequenz des Films „Spectre“ kämpft sich Daniel Graig durch eine große Parade am Día de Muertos in Mexiko-Stadt. So eine Parade gab es bis dahin noch gar nicht. Allerdings war die Film-Parade so gut gemacht, dass sie durchaus mexikanisch hätte sein können.

Die Mexikaner griffen das auf und seitdem werden die Umzüge immer beliebter.

Eine ganze Stunde lang zogen sie an uns vorbei:

Große Totenschädel, …

… Riesencatrinas, …

… und natürlich jede Menge Catrinas.

Dazwischen mischten sich Karnevalgruppen. Veracruz sei die Karnevalhochburg Mexikos. Wäre doch schade, wenn sie nur während des Faschings marschieren könnten.

Eine Hawai-Gruppe ließ gekonnt die Baströckchen vibrieren.

Es wäre nicht Lateinamerika, wenn es nicht laut wäre.

Folkloregruppen durften auch nicht fehlen.

Sogar ein großer Wagen mit einer überdimensionalen Catrina war dabei.

Und nochmal Catrinas, Catrinas, Catrinas.

Der Herr mit der ungesunden Gesichtsfarbe war kein Teilnehmer. Er war unser Nachbar während der Parade.

Der 2. November ist hier noch Feiertag. Öffentliche Feiern fanden allerdings nicht mehr statt. Es war die Zeit, auf den Friedhof zu gehen, um mit den Verstorbenen zu essen und zu trinken.

Das waren unsere Erlebnisse am Día de Muertos.

Jetzt hoffen wir, dass wir unseren Sol bald wohlbehalten aus dem Hafen bekommen.

Wir werden berichten.

Bis dahin

¡Hasta luego!