So, jetzt kommt wieder ein „normaler“ Reiseblog, ohne wildgewordene Schafe:
Nach unserer Wanderung durch den Lorbeerwald übernachteten wir am Cruz de los Reyes in 1345 m Höhe. Es war kalt, neblig und windig.
Hier war der Lorbeerwald noch von Kanarenkiefern durchsetzt. Auch deren Rinde war dick mit Moos und Flechten bewachsen.
Die Heidebäume waren wirklich richtige Bäume.
Das Kreuz, Cruz de los Reyes, musste man im Nebel suchen.
Auf dem Weg hinab nach La Frontera lichteten sich die Wolken und gaben den Blick frei. Die Senke von La Frontera, auch El Golfo genannt, entstand durch einen gewaltigen Erdrutsch.
Die Kirche Nuestra Señora de Candelaria, erbaut 1811, thront auf einem Hügel im Talkessel.
Der Kirchturm befindet sich einige Meter vom Kirchenschiff entfernt auf der Hügelspitze.
In Tigaday verbrachten wir den Carnaval, worüber wir im vorherigen Blog schon ausführlich berichteten.
Vor einer Schule entdeckten wir diese Schilder: „Küsschen und aussteigen“, maximal 2 Minuten halten unter der Woche von 8 bis 3 Uhr. Anscheinend gibt es auch auf den Kanaren gelegentlich etwas Verkehrschaos, wenn die Kinder am Morgen gebracht werden.
Die Küste von El Golfo wird von bizarren Lavafelsen dominiert.
Überall gibt es Höhlen, Brücken und Durchgänge. Manche sind gut zugänglich.
An vielen Stellen tummeln sich die fotogenen Roten Felsenkrabben.
Das Wetter war durchaus wechselhaft. Immer wieder zogen teils heftige Schauer durch. So wurde unser Sol wenigstens wieder etwas sauberer.
Sandstrände gibt es praktisch nicht auf El Hierro. Zum Baden nutzt man die vielen Naturpools. Allerdings wehte gerade bei allen die rote Flagge, Badeverbot.
Aber es lohnte sich dennoch, ans Meer hinunter zu steigen.
Am Rande der Bucht steht auf einer Klippe das angeblich kleinste Hotel der Welt.
Neben dem Hotel kann man auf eine Lavabrücke klettern …
… oder auf die großen Buchstaben.
Ulrike entdeckte dieses schöne Mural.
Wir besuchten die Aufzuchtstation der Rieseneidechsen von El Hierro. Sie galten schon als ausgestorben, als ein Schäfer doch noch ein paar Exemplare entdeckte. Jetzt züchtet man sie auf, um sie dann in der Natur auszusetzen, damit so wieder eine größere freilebende Population entsteht. Die größten Feinde der Eidechsen seien die Katzen, von denen es doch einige auf El Hierro gibt. So einfach gestaltet sich das also nicht, mit den Eidechsen in der freien Natur.
Im kleinen Örtchen Sabinosa kamen wir wieder an ein paar schönen Murales vorbei.
Hinter Sabinosa ging es in Serpentinen wieder hinab ans Meer und die Steilküste.
An der nordwestlichen Spitze El Hierros führt ein schöner Wanderweg durch die Lava an der Abbruchkante der Steilküste entlang.
Sind die Ausblicke schon bei schönem Wetter bemerkenswert, kommt die Landschaft bei düsterem Wetter noch viel besser zur Geltung.
Wir nahmen die Kreuze als Hinweis, bei dem Wind doch etwas vorsichtiger in den Lavafelsen herumzuklettern.
Das Schauspiel der an die Felsen knallenden Wellen fasziniert uns immer wieder.
An der Playa del Verodal gibt es sogar einen richtigen Sandstrand, wenn auch nur bei Ebbe. Zum Baden war er dennoch nicht geeignet.
Nach der Playa del Verodal ging es steil in Serpentinen den Berg hinauf. Hier führte die Straße an vielen windgepeitschten Sabinas, Wacholderbäumen, vorbei.
Wir fuhren wieder hinab zur Küste und stehen jetzt mit Blick auf den Leuchtturm von Orchilla in einem Lavafeld. Nachts leuchtet der Lichtstrahl des Turmes über Sol hinweg auf das Meer.
Unsere Umgebung scheint fast von einem anderen Planeten zu sein.
Wir stehen direkt auf dem Ferro-Meridian, der seit der Antike bis Mitte des 19. Jahrhunderts der verbreitetste Nullmeridian in Europa war. Danach wurde er von Greenwich abgelöst.
Jetzt sind wir schon 2 1/2 Wochen auf El Hierro - Halbzeit - und uns bleiben noch so viele Ecken zu erkunden.
Langweilig wird es uns hier nicht.
Macht´s gut und !Hasta luego!