
Von Badajoz aus fuhren wir wieder über die Grenze nach Portugal nach Campo Maior.

Die Hauptsehenswürdigkeit von Campo Maior ist eine Knochenkapelle. Sie ist kleiner als die von Evora und wir waren die einzigen Besucher. So konnten wir alles genau inspizieren.




Im kleinen Museum der Knochenkapelle hatte wohl jemand Spaß beim Zeichnen der Beschilderung der Toilette.

Auf Google Maps entdeckten wir in der Nähe von Portalegre ein paar Dolmen.
Der erste war noch leicht zu finden.

Den zweiten mussten wir suchen. Zuerst ging es auf einer stillgelegten Bahnstrecke entlang. Dann mussten wir über eine Mauer klettern.

Aber wo ist denn nun der Dolmen?
Diese Steine waren es jedenfalls nicht.

Ah - das sieht doch nach Dolmen aus…
War leider auch nur eine natürliche Steinformation.

Schließlich fanden wir ihn doch noch, völlig überwuchert von einer Dornenhecke - ein Dornröschendolmen.

Den Dolmen „ Anta da Melriça“ fanden wir eindrucksvoll.
Wir sahen ihn schon von der Straße aus. Um zu ihm zu gelangen, mussten wir aber zuerst durch eine überflutete Wiese waten, einen Bach überqueren und uns unter einem Stacheldraht hindurchzwängen. Alles geschafft, marschierten wir unbedacht los über das Feld, auf dem der Dolmen stand und - zack - war der halbe Gummistiefel im Boden verschwunden. Zu regnen fing es dann auch noch an. Also das Foto hier war schwer erarbeitet.

Der Parque megalitico dos Coureleiros hingegen war einfach zu erreichen.

Der Menhir da Meada ist der größte auf der Iberischen Halbinsel.


Der kleine Ort Marvão liegt eindrucksvoll auf einem Bergrücken. Stadtmauer und Burg sind gut erhalten.



Von der Burgmauer aus sahen wir schon das nächste Sturmtief heranrücken. Wir schafften es noch trocken zurück in unseren Sol.
Unseren Stellplatz hatten wir schon sorgfältig gewählt: fester Untergrund, nicht in einer Senke, im Windschatten des Berges und nicht in Reichweite von eventuell umfallenden Bäumen.
So saßen wir das schlechte Wetter aus.

In den Ruinen der römischen Stadt Ammaia waren wir die einzigen Besucher.


Die Folgen der Kette von Unwettern der letzten Wochen waren überall zu sehen.

Wir hätten lieber die Gummistiefel anziehen sollen.


Die römischen Thermen waren sogar noch mit Wasser gefüllt.

Wir verließen Portugal, diesmal endgültig auf dieser Reise.

In Alcántara bummelten wir durch die Altstadt.



In Alcántara wird Wildfleisch verarbeitet. Hier hatten wir schon vor vier Jahren leckeres Wild und Würste gekauft.
Bei unserem Besuch wurde Rotwild verarbeitet.
Am großen Staudamm des Tajo wurde kräftig Wasser abgelassen. Vor vier Jahren war der Stausee dahinter fast leer.


Die alte römische Brücke über den Tajo kann man zur Zeit nur zu Fuß vom Ort aus erreichen.

Wir wollten nochmals „unsere“ Kraniche am Stausee von Borbollón besuchen.
Auf ihren Futterplätzen tagsüber trafen wir sie auch, wie erwartet, an.



Der Stausee selbst jedoch war nach dem vielen Regen randvoll und ließ kräftig Wasser ab. „Unser“ schöner Übernachtungsplatz am Ufer war gar nicht mehr erreichbar. Statt Hunderten von Kranichen flogen am Morgen und Abend nur ganz vereinzelte kleine Grüppchen vorbei.

Wir zogen weiter in die abgelegenen Täler der Hurdes. Auch hier suchten wir uns erst einmal einen etwas geschützten Platz. War doch wieder ein Sturmtief angesagt, das neunte in diesem Jahr, welches vor allem mit viel Wind kommen sollte.
Immerhin sollte es erst einmal das letzte einer Kette von Tiefdruckgebieten sein. Wir hatten Glück: Sol schaukelte etwas in der Nacht, aber sonst passierte hier nichts.


Große Murales in den Dörfer zeugen schon von einem der wichtigsten Ereignisse in der Region: dem Carnaval Hurdano.
Den wollten wir uns ansehen.


Es gab auch Murales mit anderen Motiven.

Wir standen mit Sol neben einem besonderen Spielplatz: Der war extra für uns Alte und offensichtlich nicht für die Kinder!

Auf dem Schild stand dick und fett: Zur Benutzung ausschließlich für Personen im dritten Lebensabschnitt!
Nun denn, die Dorfkinder haben ihn dennoch benutzt…

Die vielen Terrassen an den Berghängen der Hurdes werden noch bewirtschaftet.

Nahe Azabal liegen zwei Fundstellen von Felsritzungen. Ausgerüstet mit Gummistiefeln machten wir uns auf die Suche.
Am ersten Fels sind nur geometrische Figuren eingeritzt.



An der zweiten Fundstelle sollte man das Männchen auf den Wegweisern im Original sehen.

Der Weg dorthin war etwas „dornig“.

Aber wir schafften es zu den Ritzungen ohne unsere Kleidung aufzuschlitzen und wurden mit einem reich verzierten Felsen belohnt.



Wir mussten etwas suchen, aber entdeckten es schließlich doch: das Männchen von den Schildern.

Auf dem Rückweg kletterten wir noch in den Ruinen der alten Ölmühle herum.


Ihr habt sicher in den Nachrichten die Berichte von den vielen Unwettern auf der Iberischen Halbinsel gesehen. Es waren neun Sturmtiefs, nur unterbrochen von kleineren Tiefs, die von den Meteorologen keinen Namen bekommen haben.
Wir hatten zwar sehr viel Regen und sind auch manchmal gut vom Wind geschaukelt worden, waren aber nie zur falschen Zeit an den Stellen, die es bis in die Nachrichten geschafft haben.
Jetzt scheint der viele Regen erst einmal vorbei und wir freuen uns über die Sonne.
¡Hasta luego!