nördlich von santiago wird die landschaft sehr schnell aride bis sie schließlich in die atacama-wüste übergeht, die angeblich trockenste wüste der welt.

hier sind optimale bedingungen für observatorien und so findet sich hier die weltweit größte ansammlung von teleskopen. die observatorien der eso (european southern observatory) können nach voranmeldung jeweils samstags mit einer geführten und sehr informativen tour besichtigt werden. die englisch-gruppen waren deutlich kleiner als die spanisch-gruppen.

nördlich von serena liegt la silla, die älteste der eso-stätten

so sieht die „kamera“ eines teleskopes aus, ein hochentwickeltes messgerät, das mit flüssigem helium gekühlt wird

dieser „oldtimer“ aus den 70er-jahren hat als aufgabe die suche von erdähnlichen planeten in anderen sonnensystemen, heute natürlich nicht mehr mit film, sondern mit modernen messsystemen.

das radioteleskop ist nicht mehr in betrieb, aber so schön fotogen…

bis zum nächsten observatorium 600km weiter nördlich mussten wir eine woche verbringen. wir fuhren an die küste in den nationalpark pan de azucar, wo wir jetzt im winter den riesigen strand fast für uns alleine hatten.
die temperaturen waren angenehm zweistellig, allerdings bildet sich an der küste im winter oft ein hartnäckiger hochnebel und die sonne ist kaum zu sehen.

wir hatten wieder zeit, vögel zu beobachten

vogel nr. 124, einer der häufig anzutreffenden truthahngeier, Cathartes aura

vogel nr 125, ein regenbrachvogel, Numenius phaeopu oder ein großer brachvogel

vogel nr 126, eine graumöve, Larus modestus

vogel nr 127, seeregenpfeifer, Charadrius alexandrinus

vögel nr 128, kormorane, Phalacrocorax brasilianus

der nationalpark pan de azucar ist bekannt für seine vielen kakteenarten

auf der fahrt in den norden, in taltal, sahen wir schöne murales. früher verlief hier einmal die grenze zu bolivien.

auf dem cerro paranal steht das very large telescope (vlt), das derzeit modernste optische teleskop. auf dem berg gegenüber wurde gerade der grundstein für ein noch viel größeres gelegt, welches bis 2024 fertig gestellt werden soll.

der spiegel wurde in deutschland (firma schott) gefertigt. alle 18 monate bekommt er eine neue beschichtung.

auch ohne teleskop ist der nächtliche blick in den himmel überwältigend…

in keinem „mit-dem-wohnmobil-durch-südamerika-blog“ darf dieses foto fehlen. so stellten wir uns auch mit unserem sunny vor die „mano del desierto“.

dieser torbogen liegt vor der küste bei antafogasta und der aussichtspunkt ist am sonntag ein beliebtes ausflugsziel

ganz hin und weg waren wir von den vielen pelikanen entlang der küste.
vogel nr 129, braunpelikan, Pelecanus thagus

neben dem pelikan vögel nr 130, guano-kormorane, Phalacrocorax bougainvillii. sie sind die hauptguanoproduzenten in chile und peru.

nördlich von antofogasta überquerten wir wieder den südlichen wendekreis

es folgte auch gleich der hinweis auf die hohe uv-strahlung

an einem fluss, der die wüste durchquert, dem rio loa, legten wir wieder eine pause ein. viel wasser gelangt nicht bis ins meer. es ist zwar nicht als trinkwasser geeignet, wird aber von den zahlreichen minen abgepumpt.
vogel nr 131, ein schmuckreiher, Egretta thula

vögel nr 132, armillatahühner, Fulica armillata

der oasenort quillagua war wunderbar verschlafen…

…aber dennoch mittels eines modernen computerzentrums mit der weiten welt verbunden

hier gab es das brot zu kaufen

ein lkw voller „artgerecht“ verwendeter bananankisten (waren sie doch unser meist verwendetes utensil beim hausausräumen in den letzten jahren).

an verschiedenen stellen in der nördlichen atacama-wüste finden sich riesige geoglyphen, datiert zwischen 600 und 1450 n. chr. zum teil sind sie direkt von der panamericana aus sichtbar.

die oase pica mit ca 6000 einwohnern wird von quellwasser versorgt. hier wird obst angebaut. zur sind die zitrusfrüchte reif.

im kircheninneren ist vor allem die lebensgroße darstellung des letzten abendmales bekannt

die großstadt iquique liegt zwischen meer und 700m hohen bergen eingeklemmt. sie ist berühmt-berüchtigt für wohnmobilaufbrüche. so lockte uns nur die angeblich grösste freihandelszone südamerikas. mit motoröl, kaffebohnen (gute qualität ist in südamerika schwer zu finden), tee und deutschem weizenbier (!) versorgt, verließen wir die stadt so schnell wie möglich.

normalerweise sind sonnenuntergänge in der wüste aus fotografischer sicht stinklangweilig. an einem abend schwappten aber tropische luftmassen über die atacama-wüste. wir schwitzten, aber das farbenspiel war fantastisch!